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  Warenkundetips&Küchentips: eine kleine Gewürzkunde
geschrieben von: Admin am Sonntag, 26. Mai 2002, 23:01 Uhr
 
 
von Hobbykoch zu Hobbykoch Einteilung in Gruppen nach Pflanzenteilen

Erst einmal ein Blick auf die Definition. "Als Gewürz werden nur bestimmte, naturbelassene Teile einer Pflanze verwendet, die in der Regel getrocknet werden. Aufgrund ihrer Geschmacks- und Geruchsstoffe sind die Pflanzenteile als würzende oder geschmackgebende Zutat bestimmt."
Gewürze beinhalten bittere, aromatische oder scharfe Inhaltstoffe: die aromatischen, flüchtigen, ätherischen Öle und die scharf schmeckenden Alkaloide. Übrigens: Salz zählt nicht zu den Gewürzen, es handelt sich um ein Mineral.

Im Unterschied zu Gewürzen werden Küchenkräuter, wie Petersilie oder Basilikum, frisch verwendet. Im Handel stehen frische Kräuter in der Obst- und Gemüse-Abteilung, Gewürze aber im entsprechenden Regal. Allerdings ist die Einteilung fließend, denn getrocknete Kräuter (im Gewürzregal) werden immer bedeutender.

Grundsätzlich werden Gewürze in fünf Gattungen eingeteilt. Diese ergeben sich aus den verschiedenen Pflanzenteilen. Im Handel sind die Gewürze dann entweder ganz, gemahlen, geschnitten, gerebelt oder geschroten im Angebot. Man unterscheidet:

Blätter und Kräuter, dazu zählen beispielsweise getrocknete Petersilie, Majoran und Lorbeerblätter.

Blüten und Knospen. Beispiele: Gewürznelken, Kapern und Safran.

Früchte und Samen. Hierzu gehören etwa Anis, Dill, Muskat, Fenchel, Kardamom, Koriander, Kümmel oder Pfeffer.

Rinden, zum Beispiel Zimt.

Wurzeln und Wurzelstöcke, wie Ingwer, Kurkuma und Sellerie.

Die Spitzenreiter in deutschen Küchen

Jedes Land hat seine typischen Gewürze. In Italien finden Kräuter wie Oregano, Thymian und Basilikum Verwendung. In Südamerika hingegen liebt man es scharf, hier werden Chillies in allen Variationen genutzt. Hier nun die Gewürze mitsamt einer kurzen Beschreibung, die in Deutschland die ersten zehn Plätze der Beliebtheitsskala belegen. Sie sind die Absatzrenner im Gewürzregal.

Pfeffer - eine scharfe Geschichte

Die aromatischen Pfefferkörner sind (gemahlen oder ganz) das beliebteste Gewürz in deutschen Haushalten. Dicht gefolgt vom weißen Pfeffer steht der schwarze auf Platz eins der Rangliste. Egal ob schwarz, rot, weiß oder grün, die Körner stammen alle vom gleichen Strauch.

Herkunft: Indien, Indonesien, Brasilien, Sri Lanka und Vietnam

Geschmack: brennend-scharf. Schwarzer Pfeffer schmeckt schärfer als weißer. Grüner hingegen würzt zwar scharf, aber vollwürzig.

Verwendung in der Küche: traditionell für fast alle Gerichte, Suppen, Soßen, Fisch-, Fleisch- und Geflügelgerichte. Auch für Süßspeisen wie Erdbeeren mit Sahne sowie Chutneys, Mixedpickles und Marinaden.



Curry - eine geheimnisvolle Mischung

Currypulver, die Nummer drei im Regal, ist eine speziell für Europäer bestimmte Würzmischung. Im Heimatland Indien versteht man unter diesem Begriff die damit zubereiteten Gerichte, wie Gemüse- oder Hammelcurrys. Die Mischung besteht aus 15 und mehr Einzelgewürzen. Je nach Rezeptur besteht handelsüblicher Curry aus Kurkuma, Pfeffer, Paprika, Chillies, Ingwer, Koriander, Kardamom, Nelken, Piment sowie zur Abrundung Salz.

Geschmack: je nach Sorte von mild bis feurig-scharf, leicht säuerlich

Verwendung in der Küche: für Reis, Fleisch, Chutneys und Eiergerichte. Populär auch in der indischen, thailändischen und indonesischen Küche.

Knoblauch - ein altes Stärkungsmittel

Knoblauch ist eine unterirdische Zwiebel, der man in früheren Jahrhunderten medizinische Wunderkräfte zugeschrieben hat. Heute weiß man, dass seine ätherischen Öle das Wachstum von Bakterien hemmen. Zerschneidet oder zerdrückt man frischen Knoblauch, bildet sich die Substanz Aliciin, die das eigentliche Aroma ausmacht. Im Regal wird Knoblauch in granulierter und gemahlener Form sowie als Würzpaste angeboten.

Herkunft: ursprünglich aus Ägypten, heute vorwiegend aus Mittel- und Südeuropa und China

Geschmack: charakteristisch, scharf-würzig

Verwendung in der Küche: für Salate, Suppen, Soßen, Fischgerichte und Quark sowie alle Gerichte der mediterranen Küche (Zaziki, Ratatouille usw.).

Paprika - ganz mild bis sehr scharf

Das Pulver wird aus den getrockneten Schoten des Gewürzpaprikas gewonnen. Dieser ist schärfer als Gemüsepaprika. Im Angebot sind unterschiedliche Sorten mit abweichender Schärfe: Paprika edelsüß weist ein mildes Aroma auf, anders als scharfer Rosenpaprika.

Der "Scharfmacher" trägt den Namen Capsaicin und ist vorwiegend in den Trennwänden und Samen der Schote enthalten. Diese werden getrennt vom Fruchtfleisch gemahlen und je nach gewünschtem Schärfegrad wieder zugesetzt. Die Farbe des Gewürzes deutet auf seine Qualität hin: je intensiver, desto besser.

Herkunft: Brasilien, Indien, Südafrika und Spanien

Geschmack: süßlich-mild bis scharf

Verwendung in der Küche: für Gulasch, Eintöpfe, Suppen, Soßen, Fleisch, Aufläufe, Chili con Carne.

Oregano - typisch italienisch

Platz sechs nimmt Oregano ein. Der enge Verwandte des Majoran schmeckt pikanter und feiner als dieser. Man nutzt die getrockneten Blätter des Küchenkrauts.

In der italienischen Küche darf Oregano nicht fehlen: Gerichte auf der Basis von Tomaten sind ohne ihn undenkbar. Trotz intensiven Eigengeschmacks lässt er sich gut mit anderen Kräutern der Mittelmeerküche kombinieren, wie beispielsweise mit Thymian oder Rosmarin.

Herkunft: Mittel- und Südeuropa, Skandinavien, Asien

Geschmack: würzig-aromatisch

Verwendung in der Küche: zu Gemüse, Zwiebelgerichten, Hackfleisch, Pizza, Tomatensuppe, Chili con Carne, Fleisch- und Fischgerichten, Bohnen, Eierspeisen.

Muskatnuss - am besten frisch gerieben

Die Muskatnuss stammt vom gleichnamigen Baum. Er trägt eine Frucht, die einer Aprikose ähnelt. Der Samen dieser Frucht ist die Muskatnuss, die von einem unregelmäßig geschlitzten Samenmantel umgeben ist, der Muskatblüte (auch Macis oder Macisblüte genannt). Beides kann zum Würzen genutzt werden, allerdings hat die Macisblüte einen feineren Geschmack und ist wesentlich teurer.

Im Angebot sind ganze und gemahlene Muskatnüsse. Frisch gerieben entfaltet die Nuss ein intensives Aroma.

Herkunft: in tropischen Gebieten nahe des Äquators

Geschmack: stark würzig, aromatisch, feurig-süß

Verwendung in der Küche: für Gemüse- und Kartoffelgerichte, Weihnachtsgebäck, Eierspeisen, Suppen und Soßen, Pasteten, Curry-Gerichte, Käsefondue.

Zimt - meistens mit Zucker

Zimt bezeichnet die getrocknete Rinde des Zimtstrauchs oder -baums. Man kann sowohl die Zimtstange als auch das gemahlene Pulver nutzen. Besonders in der Weihnachtsbäckerei findet das Gewürz Einsatz. Sein würzig-süßlicher Geschmack ist in Kombination mit Zucker unschlagbar und kommt in diversen Süßspeisen gut zur Geltung. In der arabischen Küche werden auch herzhafte Speisen wie Fleisch- oder Gemüsegerichte mit Zimt gewürzt. Und in Amerika sind Kaugummi und Zahnpasta mit Zimt ein Renner.

Herkunft: Sri Lanka, südliches Indien, Philippinen, China

Geschmack: fein-aromatisch, süßlich

Verwendung in der Küche: zu Obst, Milchreis und Gebäck, Glühwein und Punsch, süß-sauer eingelegte Früchte, indische und arabische Küche.

Lorbeer - das Allround- Gewürz

In der Antike symbolisierte Lorbeer schöpferische Kraft und galt als Siegeszeichen. So spiegeln noch heute die Redewendungen "sich auf seinen Lorbeeren ausruhen" oder "Lorbeeren ernten" seine Wertschätzung wider.

Bei uns gilt das Lorbeer-Blatt als Allround-Gewürz, das man an alle deftigen Gerichte geben kann. Auch in Beizen und Marinaden findet Lorbeer Verwendung. Der Geschmack entfaltet sich nur langsam, daher sollte man die Blätter mitkochen und leicht einreißen, das verstärkt das Aroma.

Herkunft: Mittelmeerländer, Mittel- und Südamerika

Geschmack: bitter, würzig-herb

Verwendung in der Küche: für Sülzen, eingelegtes Gemüse, Eintöpfe, Fleischgerichte und -brühe, Kochfisch, für süß-pikante Kompotte und Fischmarinaden.

Vanille - die Königin der Gewürze

Platz zehn der Rangliste belegt Vanille, Fruchtschote eines wilden Orchideen-Gewächses. Mehr als 90 Prozent der Welternte stammt von Madagaskar, den Komoren und von Réunion, das früher Bourbon hieß. Daher stammt die Bezeichnung Bourbon-Vanille. Im fertigen Dessert zeigen die charakteristischen schwarzen Pünktchen an, dass echte Bourbon-Vanille verwendet wurde. Im Unterschied dazu wird Vanillin chemisch hergestellt, es handelt sich dabei also lediglich um den Aromastoff der echten Vanille.

Kurz vor der Reife werden die noch gelblich-grünen Fruchtschoten der Vanille gepflückt. Erst durch Fermentierung in luftdichten Behältern dunkelt die helle Schote nach, wird schließlich schwarz und strömt das unverwechselbare Aroma aus. Zum Würzen schlitzt man die "Königin der Gewürze", wie sie oft genannt wird, längs auf und kratzt mit der stumpfen Messerseite das Mark heraus. Im Angebot sind ganze Vanilleschoten und Vanillezucker.

Das Gewürz wird nicht nur in Lebensmitteln, sondern aufgrund seines angenehmen Geruchs auch in Parfüms oder Duschgels eingesetzt.

Herkunft: Mittel- und Südamerika, Sri Lanka, Java, Madagaskar, Mauritius, Guatemala

Geschmack: süßlich-aromatisch

Verwendung in der Küche: für Süßspeisen, Gebäck, Getränke, Kompotte, Marmeladen, Schaumspeisen, Kakao.


Wer ein Verkaufsgespräch führen will, sollte die Grundkenntnisse über richtiges Würzen kennen. Hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick:


Erst mit milden Gewürzen anfangen, dann mit den schärferen vorsichtig nachwürzen.

Gewürze entfalten ihr Aroma erst nach einigen Minuten. Also warten, bevor man nachwürzt.

Ganze Gewürze, wie Lorbeerblätter, Wacholderbeeren oder Nelken gart man von Anfang an mit, da sie eine längere Garzeit benötigen. Sie lassen sich leicht entfernen, wenn man sie vorher in ein Leinensäckchen oder eine Filtertüte gibt.

Gerebelte, zerkleinerte und gemahlene Gewürze erst zum Schluss zufügen. Ansonsten verlieren sie zu schnell ihr Aroma.

Wegen der aufsteigenden Dämpfe mit der Dose nicht zu nah an die heißen Speisen kommen - sonst verkleben die fein zerkleinerten Gewürze.

Trends im Sortiment

Höllisch scharf oder süßlich-aromatisch? Das Gewürzregal bietet Zutaten für jeden Geschmack. Ein Überblick über Trendsetter wie Harissa, Chili-Pulver und Co.

Vom Ursprungsland bis ins Glas oder die Dose müssen sie einen weiten Weg zurücklegen. Beispiel Pfeffer, der überwiegend aus Indonesien, Brasilien, Malaysia, Indien oder China stammt:

Die tropische Pflanze mit Namen Piper nigrum blüht das ganze Jahr. Aus weißen Blüten entwickeln sich erbsengroße Pfefferbeeren. Der Einsatz von Insektiziden auf den Plantagen ist überflüssig, da der Inhaltsstoff Piperin ein natürlicher Schutz gegen Schädlinge ist.

Grüner, weißer und schwarzer Pfeffer stammen von der gleichen Pflanze und unterscheiden sich nur im Erntezeitpunkt und in der Verarbeitung. Jede Pfeffersorte hat für sich ihre besonderen Würzeigenschaften, mit ihrem arteigenen und individuell ausgeprägten Aroma.

Schwarzer Pfeffer: Wird als grüne Beere geerntet, aber das Wachstum der Früchte ist zum Zeitpunkt der Ernte praktisch völlig beendet. Ein fester, stärkehaltiger Kern hat sich bereits gebildet. Die Früchte fermentieren während der Sonnentrocknung, sie schrumpfen, werden runzlig und wechseln ihre Farbe von Grün nach Dunkelbraun bis Schwarz. Schwarzer Pfeffer ist scharf, würzig und hat eine leicht erdige Note.

Grüner Pfeffer: Wird die unreif geerntete, grüne Frucht durch schnelle Trocknung, Gefriertrocknung oder durch Einlegen in essigsaurer, mildsalziger Lake verarbeitet, lässt sich die grüne Farbe erhalten. Grüner Pfeffer ist weniger scharf und besitzt ein frisches, leichtes Aroma.

Weißer Pfeffer: Zur Gewinnung von weißem Pfeffer wird die am Strauch voll ausgereifte, orange bis hochrote Frucht geerntet. Die Körner werden nach dem Pflücken mehrere Tage unter fließendem Wasser gelagert. Dabei löst sich durch intensive Fermentation die Fruchthaut ab. Das weiße Korn bleibt zurück und wird getrocknet. Weißer Pfeffer ist ausgeprägt scharf und hat ein feineres Aroma als schwarzer Pfeffer.

Apropos farbiger Pfeffer: Beim rosa oder roten Pfeffer, der auch peruanischer Pfeffer genannt wird, handelt es sich eigentlich nicht um Pfeffer (sondern um Steinfrüchte des südamerikanischen "Pfefferbaums"). Diese Beeren schmecken etwa so wie Wacholderbeeren, also nicht scharf. Man nimmt sie zum Dekorieren von Speisen, für Wild- und Fischgerichte sowie zur Verfeinerung von Soßen.

Nach langem Seeweg treffen die getrockneten, weißen oder schwarzen Körner, verpackt in große Säcke, in Deutschland ein. Hier erfolgt die weitere Verarbeitung. Sie beginnt mit einer aufwändigen Reinigung. Nach der Grobreinigung mit Sieben werden eventuell vorhandene Metallteile mit Hilfe von Magneten entfernt.

Dann schließen sich "Aspiration" (Steinauslese) und "Trieur-Reinigung" (Entfernen von Rispen, Schalen etc.) an. Parallel zu allen Schritten wird der Staub aus der Ware entfernt. Nach der Reinigung erfolgt die mehrstufige Mahlung unter Kälte, um das wertvolle Pfefferöl weitgehend zu bewahren. Die Schärfe des Pfeffers ist bei feinstvermahlener Ware ausgeprägt, jedoch fehlt hier oft ein wesentlicher Teil des Aromas. Je gröber der Pfeffer ist, desto höher ist seine Aromastabilität und desto geringer ausgeprägt ist seine Schärfe.

Schonendes Vermahlen und Haltbarmachung

Nun wird der Pfeffer schonend zermahlen, die Arbeitsschritte Mahlen und Sieben folgen vier Mal hintereinander. Dabei bricht das Korn auf. Der Stoff Piperin, der die Schärfe ausmacht, bleibt in kleinen Kristallen erhalten. Doch der intensive Geruch - den man von frisch gemahlenem Pfeffer aus der Mühle kennt - ist flüchtig. Das dafür verantwortliche Pfefferöl entweicht.

Gewürze enthalten von Natur aus eine mehr oder weniger hohe Anzahl von Keimen, wie Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen. Mit den konventionellen Methoden (Reinigung und Vermahlung) ist man nicht in der Lage, die Keimbelastung ausreichend zu reduzieren. Verfahren wie die Begasung mit Ethylenoxid oder Bestrahlung sind in Deutschland gesetzlich verboten.

Den gewünschten Erfolg bringt eine spezielle Methode (Micro-Control-Technologie), die, vereinfacht ausgedrückt, die Produkte mit Dampf erhitzt und dadurch gleichsam sterilisiert.

Während des gesamten Verarbeitungsprozesses, vom Löschen der Ladung im Hafen bis zur Abfüllung, werden immer wieder Proben gezogen. Im Labor untersuchen Fachleute die Gewürze auf mögliche Verunreinigungen und die mikrobiologische Unbedenklichkeit.

Gewürze werden entweder ganz (wie etwa die Muskatnuss) oder zerkleinert angeboten, je nach Produkt gemahlen, geschnitten, gerebelt oder geschroten. Eine recht neue Darreichungsform sind Gewürzpasten, zum Beispiel Curry-, Schalotten- oder Harissa-Gewürzpaste. Verschiedene Fette und Gewürze bilden die Basis solcher Pasten. Ihr Vorteil liegt in der leichten Handhabung sowie der exakten Dosierung. Sie eignen sich zum Dekorieren. Je nach Geschmack kann man sie auch als Grundlage beispielsweise auf Brot streichen.

Ausschlaggebend für die Qualität der gehandelten Produkte ist auch die Verpackung - man denke nur an die teilweise flüchtigen Aromen. Neben aromasicheren Dosen aus Metall und Gläsern, jeweils in verschiedenen Größen, bestimmen Standbeutel zum Nachfüllen das Regalbild.

Wer sich auf die Suche nach wirklich "neuen" Gewürzen begibt, wird enttäuscht. Schließlich sind Gewürze schon seit tausenden von Jahren bekannt, der Handel mit diesen kostbaren Gütern spielte schon im Mittelalter eine bedeutende wirtschaftliche Rolle.

Aktuelle Veränderungen im Sortiment

Die Nachfrage nach Gewürzen unterliegt Mode-Trends. Je nachdem, welche "Küche" gerade angesagt ist, werden die entsprechenden Gewürze nachgefragt. Diesen "Ethno-Trends" folgend, bieten die Gewürzhersteller aber nicht nur Mono-Produkte an, sondern gleich entsprechende Gewürzmischungen. Schließlich kennen sich deutsche Konsumenten nur bedingt in der asiatischen, mexikanischen oder arabischen Küche aus.

Als Newcomer der letzten Jahre gelten also die Würzmischungen. Hier einige Beispiele: Mischungen für chinesische, indische und Texmex-Küche oder Kräuter der Provence. Allerdings gibt es Mischungen auch für traditionelle deutsche Gerichte, wie Hackfleisch- oder Bratkartoffel-Würzer.

Manche mögen's extra scharf

Die bekannteste unter den arabischen Mischungen ist die scharfe Würzpaste "Harissa". Sie findet bei uns immer mehr Verwender. Ursprünglich wird sie vor allem in den Küchen Marokkos, Tunesiens und anderen nordafrikanischen Ländern eingesetzt, die Zutaten und Zubereitung sind überall unterschiedlich.

In der Regel stellt man sie aus getrockneten Chillies, Knoblauch, Salz, Koriander, Kreuzkümmel und Olivenöl her. Harissa dient zum Würzen von Eiern, Fleisch, Suppen und vielem mehr. In Tunesien reicht man sie neben Oliven und eingelegten Gemüsen in einem extra Schälchen als Appetitanreger. Besonders scharf schmeckt die "Hot Chili Harissa Würzpaste".

Wer es extra scharf mag, greift zu Chili-Pulver. Chillies sind kleine rote Schoten, die es in über 200 Sorten von mild bis feurig scharf gibt. Der Scharfmacher heißt Capsaicin (der gleiche wie in Gewürzpaprika) und steckt vor allem in den Samen und Trennwänden.

Beim Putzen der Früchte sollte man übrigens vorsichtig sein: Die Samenkörner sind höllisch scharf und brennen furchtbar, wenn sie in die Augen gelangen! Als Alternative zum Putzen bieten sich getrocknete, ganze Chillies an oder Cayenne-Pfeffer, der aus getrockneten Schoten hergestellt wird.

Eine weitere trendige Zutat, vor allem der mediterranen sowie der arabischen Küche: Safran. Dieses Gewürz wird in Handarbeit aus Blüten geerntet. Für ein Kilogramm Safran müssen 100.000 Blüten einer Krokuspflanze aus dem Mittelmeer-Raum getrocknet werden. Deshalb ist er ausgesprochen teuer und wird nur in winzig kleinen Mengen (1 / 10-grammweise) verkauft, als Fäden oder Pulver.

Safran hat ein bitteres, scharfes Aroma. Er färbt die Speisen buttrig gelb. Das Gewürz wird häufig bei Reisgerichten genutzt. Echter Safran ist ein "Muss" in jeder guten Paella.

Aus den Blüten der Färberdistel (also einer anderen Pflanze) stammt der so genannte "Touristen-Safran". Er ist deutlich billiger und färbt ebenfalls gelb.

Eines der ältesten Gewürze ist heute wieder ganz aktuell: Kardamom. Dieses ebenfalls recht teure Frucht- und Samengewürz mit aromatischem, süßlich-scharfem Geschmack stammt zum Beispiel aus Indien, Guatemala, Sri Lanka oder Kambodscha. In arabischen Ländern wird Kardamom-Samen anstatt Kaugummi gekaut, um besseren Atem zu geben.

Traditionell findet das Gewürz Einsatz in Brot und Backwaren sowie Süßspeisen. Es verleiht aber auch anderen Speisen den "orientalischen Touch". So verfeinert eine Messerspitze Kardamom im Kaffeepulver den Mokka, die Prise passt ebenso gut in schwarzen Tee. Die Getränke-Industrie setzt ihn zur Aromatisierung alkoholhaltiger Getränke ein.

Die Kombination von Kümmel, Anis, Fenchel und Kardamom kann als Grundlage für Tee genommen werden. Ein solcher Aufguss wirkt krampflösend und verdauungsfördernd, ist demnach bei Magenbeschwerden zu empfehlen.

Praktische Tipps für den Handel

Bei Gewürzen handelt es sich um die Warengruppe mit der höchsten Spanne bei Lebensmitteln insgesamt. Dabei haben die Produkte einen geringen Platzbedarf, daraus ergibt sich also eine hohe Regalflächen-Rentabilität. Hinzu kommt, dass Gewürze nicht in der Preisoptik liegen. Im Gegenteil: Die Kunden erwarten Qualität, investieren in Marken und zahlen angemessene Preise.

Grundsätzlich handelt es sich um problemlose Artikel: Das Regal wird in der Regel vom Außendienst der Hersteller aufgebaut und betreut. Die so genannten "Rack-Jobber" der Industrie optimieren die Platzierung innerhalb der Abteilung und lassen aktuelle Trends mit einfließen.

Der Händler sollte sein Augenmerk speziell auf Sonderplatzierungen legen. Denn Impulse für den Kauf von Gewürzen gehen von den Warengruppen, Abteilungen und Artikeln aus, für die sie verwendet werden. Es gibt viele Sortimente im Markt, bei denen eine Zweitplatzierung Sinn macht. Einige Beispiele:

Bei Gemüse und Kartoffeln: Bratkartoffel-Würzer und -Toppers (das sind Knusper-Aufstreu-Würzer; kleine Mini-Croutons, verfeinert mit Gewürzen, die einfach aufgestreut werden), Pommes frites- und Tomaten-Würzsalz, Gemüse-Würzer, Muskat, Basilikum, Koriander, Kümmel und Rosmarin.

Bei Fleisch: Fleischzartmacher, Pfeffer (grob geschrotet, Steak- und Cayenne-Pfeffer), Kotelett- und Schnitzel-Würzsalz, Gulasch-Gewürz, Gyros-Würzer und Grillgewürze, Lorbeerblätter.

Bei Geflügel: Geflügel-Würzer, Hähnchen-Würzsalz, Paprika, Beifuß und Ingwer.

Bei Fisch: Fisch-Gewürz, Bratfisch-Würzer, Zitronen-Pfeffer-Würzer, Knoblauch und Oregano.

Bei Reis: Safran, Piment, Reis-Würzer.

Bei Nudeln: Paprika, Nudel-Toppers.

Bei Tiefkühlkost: Pommes frites- und Hähnchen-Würzsalz, Fisch-Gewürz.

Bei Süßspeisen und Backzutaten: Anis, Ingwer, gemahlene Nelken, Vanilleschoten.

Nicht vergessen: zeitlich begrenzte Sonderaktionen! Absatzsteigernd wirken sich beispielsweise Schwerpunkte zur Weihnachtsbäckerei, Grillsaison oder Einmachzeit aus.

 
Allen Beteiligten am 4 . Grunaer Kleiderbasar herzlichen Dank   


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